Author: trendstrom
• Montag, April 27th, 2009
Werbezauber

Fauler Zauber: Werbeversprechen sind häufig Illusionen, die über Produktmängel hinweg täuschen möchten. (Bild: © Andrea Danti/fotolia.de)

Dass Werbung gerne übertreibt ist bekannt. Doch welche Werbelügen hinter manchen Kampagnen stecken, ist wirklich Haare sträubend. Die “leichte” Yogurette enthält mehr Kalorien und Fett als Milka Vollmilchschokolade.

Acitmel “aktiviert Abwehrkräfte” kaum mehr als Naturjoghurt, ist aber mit 10% Zuckeranteil eine echte Zuckerbombe und Kinder-Riegel enthalten neben der “Extra Portion Milch” (aus Milchpulver) vorallem Zucker und Fett, so schreibt das Internetportal “abgespeist.de”.

Die Internetseite www.abgespeist.de trägt den Slogan “Denn Etiketten lügen wie geduckt”. Die Betreiber haben es sich zur Aufgabe gemacht, Werbelügen und Etikettenschwindel bei Lebensmittelprodukten aufzudecken.

Viele Verbraucher vermuten sicherlich, dass nicht alles ganz so stimmt, was die Werbung einem vermitteln möchte, aber bei “abgespeist.de” erfährt man die bittere Wahrheit, dass Produkte wie Actimel, Kinderschokolade oder Maggi-Tütensuppe nicht das halten, was sie in der Werbung dem Verbraucher suggerieren wollen. Actimel von Danone wurde von abgespeist.de jetzt sogar mit dem “Goldenen Windbeutel 2009” ausgezeichnet, worüber sich der Hersteller vermutlich weniger freuen wird.

Wer gegen falsche Werbeversprechen vorgehen möchte, kann sich unter “abgespeist.de” auch selbst engagieren. Interessant ist allerdings grundsätzlich die Frage, warum sich Verbraucher derart von Werbung blenden lassen und solche Marketingstrategien gut funktionieren. Denn die genannten Produkte auf “abgespeist.de” sind augenscheinlich alle sehr erfolgreich. Vermutlich vertraut der Durchschnittsbürger auf eine hinreichende staatliche Kontrolle der Produkte und Aussagen.

Im Umkehrschluss dürfte das auch der Grund sein, warum Werbung allgemein nur sehr wenig Glauben geschenkt wird und wenn man es noch so ehrlich mit seinen Kunden meint. Viel mehr vertrauen Verbraucher daher unabhängigen Meinungen. Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist daher wie schon früher die effektivste Werbung. Dies wird allerdings im neuen Web 2.0 mit persönlichen Meinungen und Bewertungsportalen besonders gefördert und gerne angenommen.

Bedenken Sie daher bei Ihrer eigenen Werbung, dass Sie Bewertungen und Stimmen von unabhängigen Stellen mit einfließen lassen. Dies können Kunden-Feedbacks sein, aber auch Bewertungen auf anderen Seiten zu Ihrem Angebot oder redaktionelle Berichte von Zeitungen oder Online-Redaktionen. Wenn es die Möglichkeit gibt, können Sie Ihre Dienstleistungen oder Produkte auch von einem Institut prüfen lassen und das hoffentlich positive Ergebnis zu Werbezwecken nutzen.

Nur bleiben Sie ehrlich, denn einen guten Ruf zu schaffen dauert ein Vielfaches länger, als sich den guten Ruf dann wieder zu ruinieren. Gerade im Internet sind negative Stimmungen inzwischen schnell verbreitet, das werden auch oben genannte Produkte bzw. Hersteller immer stärker zu spüren bekommen.

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